Ganz aktuell:

Seit geraumer Zeit ist die Zucht von Rassehunden in den Fokus geraten und vor allem sogenannte Qualzuchten sollen in Zukunft verboten werden. Auch Dackel gehören laut verschiedener Aussagen dazu, vor allem wegen der Problematik der Bandscheibenvorfälle, die erhebliche Qualen, Schmerzen und Leid bei den betroffenen Tieren verursachen.

Es gibt seit einiger Zeit die Möglichkeit das Risiko auf einen Bandscheibenvorfall per Gentest zu bestimmen (CDDY heißt das Gen). Natürlich erkranken nicht alle Hunde, die das Gen tragen, aber bei entsprechender Kumulation der äußeren Fakten (z.B. Übergewicht, zu wenig Bewegung und schlechte Muskulatur) führen dann eben zur Ausprägung der Krankheit. des Weiteren gibt es seit mehreren Jahren schon Bemühungen im DTK die Züchter zur Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule zwischen dem 24. und 48. Lebensmonat zu bewegen, um in diesem Zeitfenster auftretende Verkalkungen in den Bandscheiben sichtbar zu machen und auch dadurch das Risiko einer Erkrankung besser einschätzen zu können.

Doch leider sind alle diese Dinge freiwillig (erst seit diesem Jahr ist der CDDY Test Pflicht für NEU zur Zucht zugelassene Hunde) und damit gibt es kaum Züchter, die sich diesen Untersuchungen zusammen stellen, ähnlich wie es mit der freiwilligen Untersuchung auf PRA (Katarakt), einer Augenerkrankung, die zur Erblindung führt, ist. Viel zu wenige Züchter beteiligen sich an diesen Untersuchungen und damit ist es schwierig geeignete Deckpartner für die eigene Hündin zu finden.

Nicht dazu ist der Dackel seit ca einem Jahr kräftig in Mode gekommen und scheint sich als Accessoire wachsender Beliebtheit zu erfreuen…

Die Summton dieser Dinge hat uns bewogen selbst keine weiteren Würfe in der aktuellen Zeit zu züchten. Unsere Hündin trägt das Gen CDDY/CDDY, also ist sie homozygot (reinerbig) für das Risiko zur Ausprägung eines Bandscheibenvorfalls- wobei all ihre Kinder bislang gesund sind- und wir müssten für sie nach Möglichkeit einen Rüden finden der das Gen (N/N), also frei vom Risiko, trägt. Solche Rüden findet man in Deutschland nur sehr schwer, eher in Dänemark. Es wäre für uns dann schon sinnvoll bei einem solchen Aufwand auch einen Welpen zu behalten, der dann CDDY/N trägt und in der nächsten Generation bei einer weiteren Verpackung mit einem freien Rüden endlich das gewünschte N/N zu bekommen… doch solange die Einstellung des DTK nicht zu weitreichenden Zuchtplänen geht, werden wir uns aus der Zucht zurück ziehen und hoffentlich noch lange unsere 3 gesunden Dackelchen genießen können…

Das war zu Beginn unserer Zucht:

Hier möchte ich Euch ein bisschen an meinen Gedanken zur Zucht teilhaben lassen. Warum und wie es dazu kam, habe ich schon geschrieben. Nun stellt sich vielleicht der ein oder andere die Frage, warum ich keine jagdlichen Anlagenprüfungen mit meinen Dackeln gemacht habe. DIese Frage bewegte mich eine ganze Zeit- einerseits ist es gut, wenn man weiß, welche Anlagen im Hund schlummern, andererseits bin ich selbst definitiv NICHT jagdlich interessiert. Wenn ich mit meinen Hunden in Wald und Flur unterwegs bin, dürfen sie nur auf dem Weg laufen. Läuft vor oder neben uns ein Wildtier weg, müssen sie lernen Ruhe zu bewahren. Wenn ich sie nun zB bei der Spurlautprüfung dann aber bewusst auf die Hasenspur setze und sie lernen, dass es wunderbar ist so eine Fährte aufzuspüren, dann löst das im Hund sehr viele Endorphine aus und er wird bei der nächsten Gelegenheit wieder so eine Chance suchen. Genau so ist es bei der Eignungsprüfung Fuchs im Kunstbau… hier sitzt am Ende ein Fuchs (hinter Gittern) im Kunstbau und der Hund erschnüffelt ihn natürlich- er hat am Ende Erfolg bei Verfolgen dieser Fuchsfährte in dem Kunstbau und wird vermutlich durch dieses fantastische Erlebnis erneut in Röhren oder Bauten kriechen um das Erlebte zu wiederholen… all das widerspricht aber dem, was ich meinen Hunden im Alltag bieten kann und MÖCHTE! Deshalb habe ich mich bewusst gegen die Anlagenprüfungen entschieden.

Für mich stehen andere Dinge im Vordergrund wie z.B. die Gesundheit, das Wesen meiner Hunde, aber auch die genetische Vielfalt. Jeder Hund hat, wie auch wir Menschen, so seine Stärken und Schwächen. Diese versuche ich zu erkennen und durch die Auswahl geeigneter Deckpartner zu verändern. Uschi ist zB eine Hündin, die an der oberen Grenze im Maß für die Zwerge ist. Deshalb suche ich nach kleineren Rüden um im Maß zu bleiben. Desweiteren ist sie nicht sonderlich begeistert von fremden Menschen und Hunden. Deshalb suche ich für sie Rüden aus, die sozial kompetent und entspannt/ ausgeglichen mit ihresgleichen und auch mit Menschen sind. Ich achte bei der Auswahl des Rüden auch darauf, dass er nicht schon sehr viele Deckeinsätze gemacht hat, weil er z.B. „hochprämiert“ ist. Leider gibt es beim DTK keine Einsatzbegrenzung für Deckrüden, was dazu führt, dass manche Deckrüden in fast allen Ahnentafeln vorkommen. Das führt zu einer genetischen Verengung in der Dackelpopulation, so dass möglicherweise auftretende Erbkrankheiten plötzlich häufiger auftreten können… Um das zu vermeiden, werde ich immer schauen, dass ich Rüden bevorzuge, die nicht so viele Deckeinsätze haben (hatten).

Ich gebe mir sehr viel Mühe bei der Aufzucht der Welpen. Sie wachsen in der Familie, im Wohnzimmer auf. Sobald sie alt genug sind, gehe ich mit ihnen viel raus in den Garten, wir fahren mit dem Auto auf den Hundeplatz, ich lade viele unterschiedliche Besucher ein und sie machen immer wieder neue Erfahrungen. Unser Grundstück und auch der Auslaufbereich der Welpen liegt an einer kleinen Strasse. So hören sie die verschiedenen Geräusche vom Müllauto, das Postfahrrad, zahlreiche Lieferdienste, den Rasenmäher des Nachbarn oder die Säge, Fahrräder, spielende Kinder usw. So sollen sie sich an alles gewöhnen und eine gute Umweltsicherheit erreichen. Auch die Stubenreinheit ist für mich ein großes und wichtiges Thema, weshalb ich auch Rollrasen im Welpengehege im Wohnzimmer habe.

Die Welpen lernen das Alleinsein und die Box kennen, denn die Mama darf sich frei bewegen- kann bei den Welpen sein, wenn sie möchte, kann aber jederzeit auch raus gehen und sich Pausen nehmen.

Für mich kommen ausschließlich Wurftermine in Frage, wo sich die Welpen vom Frühjahr in den Sommer hinein entwickeln können. In dieser Zeit ist man selbst gern und viel draußen. Es gibt viel Licht, da die Sonne gut am Himmel steht. Da macht es Spaß die Welt zu entdecken und die Stubenreinheit kommt von ganz allein. Bis der nächste Herbst und Winter kommt, sind die Welpen schon groß genug für die dunkle und manchmal draußen ungemütliche Jahreszeit und sie sind mutig genug dann auch im Dunkeln die Welt zu entdecken.

All das gehört für mich zur Zucht dazu: die kleinen Hundebabys bestmöglich auf das Leben vorzubereiten, sie neugierig und positiv gegenüber neuen Erfahrungen einzustellen. Für mich ist das eine Herzenssache und Leidenschaft pur. Nur wer das versteht und bei dem die Wellenlänge mit mir stimmt, dem kann ich ein Baby anvertrauen! Ich möchte auch nach der Abgabe wissen, wie sich die Persönlichkeiten weiter entwickeln und teilhaben am Leben meiner Fellkinder!